"Wir spielen das, was wir können"

Fußball: Dritter mit 19 Punkten - Aufsteiger TSV Hitzacker ist die positive Überraschung in der Kreisliga-Hinserie

wer Hitzacker. Selbst die kühnsten Optimisten hatten wohl nicht erwartet, dass Aufsteiger TSV Hitzacker für derart viel Furore in der Kreisliga sorgen würde. Das Team von Spielertrainer Ronny Jung grüßt nach zehn Spieltagen vom dritten Tabellenplatz. Lediglich die beiden Top-Favoriten auf den Titel, die SV Lemgow/Dangenstorf und die FSG Südkreis, haben noch mehr Punkte auf dem Konto als die Elbestädter. Immerhin 19 Zähler hat die Jung-Elf bislang gesammelt, und das mit gerade einmal 18 geschossenen Toren.

Rechnet man den einzigen klaren Sieg der TSV beim 5:1 beim SV Küsten II sowie den 4:3-Erfolg beim SSV Gusborn heraus, verbleiben magere neun Tore in acht Begegnungen. Bezeichnend ist, dass der 2:0-Sieg über einen - zugegebener Maßen - arg ersatzgeschwächten FC SG Gartow am vergangenen Sonntag schon der bislang höchste Heimsieg in dieser Saison war.

Viele Tore bekommen die wieder zahlreicher zur TSV kommenden Zuschauer in der Regel nicht geboten - viele Gegentore aber auch nicht. Safety first lautet die Devise bei Ronny Jung, der mit den vorhandenen Spielern bisher fast das Optimum aus der Mannschaft geholt hat. "Damit hat doch niemand ernsthaft gerechnet, dass wir da oben drin stehen", erinnert sich Jung auch an die Tipps seiner Trainerkollegen vor der Saison im EJZ-Fußball-Vorschauft "Flanke". Seinerzeit im Juli sagten zumindest vier Coaches dem Aufsteiger eine schwierige Saison mit Abstiegskampf voraus. Übrigens: Die vier Trainer, die die TSV als Absteiger Nummer eins tituliert haben, stehen mit ihren Mannschaften momentan allesamt hinter dem Aufsteiger in der Tabelle.

Tief stehen, die Räume eng machen, den Gegner kommen lassen und mit den schnellen Spitzen Nadelstiche setzen - so lässt sich das simple, aber effektive TSV-Erfolgsrezept mit wenigen Worten umschreiben. Neben einer bisher gut spielenden Defensivreihe mit den Stützen Jan-Max Kraack und Marco Reichel sind es vor allem die höherklassig erfahrenen Maik Reichel und Jung selbst, die dafür sorgen, dass das Konzept passt und funktioniert. Beide verfügen über viel Spielübersicht und Spielverständnis, gewinnen in der Regel die Mehrzahl ihrer Zweikämpfe, sind passsicher sowie torgefährlich, motivieren und können das junge Team führen. Nicht minder wichtig ist der gute Teamgeist innerhalb der Mannschaft, zu der sich auch etliche der U19-Junioren mit mehr als nur sporadischen Einsätzen zählen dürfen. Vor allem Fabian Sandberg ist mehr als nur eine gute Ergänzung zu den Stürmern Jascha Lüdecke oder Pascal Warncke. Auch Paul Schneeberg, der in seinem ersten Herrenspiel beim SV Küsten II mit einem Doppelpack zum Matchwinner im Pokalviertelfinale avancierte, ist eine Option für die Zukunft. Und nur um die geht es Jung, der langfristig plant.

"Es ist mir ja fast selbst schon ein bisschen unheimlich, wie schnell wir nach oben gekommen sind", schüttelt der Coach manchmal nur ungläubig mit dem Kopf. Dabei weiß er natürlich, dass das kein Hurra-Fußball ist, den seine Mannschaft auf den Platz bringt, sondern vielmehr das Ergebnis einer disziplinierten, harten Arbeit. Die gilt es fortzusetzen, denn zwei dicke Brocken warten auf die TSV vor der Winterpause noch: Am Sonntag die FSG Südkreis beim Hinrundenfinale, ehe es zur SV Lemgow/Dangenstorf geht. Gegen die SVL gab es im Hinspiel eine vermeidbare 1:2-Niederlage, die SVL-Trainer Jürgen Stellhorn seinerzeit feststellen ließ, dass diese TSV "ganz unangenehm zu spielen" sei. Genau so soll es nach dem Willen von Jung auch weitergehen: Nicht unbedingt schön, aber erfolgreich. "Wir spielen das, was wir können. Und so schlecht ist das bisher nicht gewesen", ist Jung auch ein wenig stolz, dass er in seiner Premierensaison als Coach die selbst gesteckten Erwartungen schon längst bei Weitem übertroffen hat. Der nächste Gegner, der das zu spüren bekommen soll, ist die FSG.

 TSV Hitzacker _ Hochzufrieden 2015_2016

Hochzufrieden ist die TSV Hitzacker um (von rechts) Spielertrainer Ronny Jung, Vincent Krüger (Nr. 6), Maik Reichel und Marco Reichel (Nr. 5) mit dem bisher Erreichten. Der Aufsteiger steht nach zehn Spieltagen mit sechs Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen auf Rang drei in der Kreisliga.

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